Adieu #ilettertoochallenge

Die große Unzufriedenheit

Es ist ein wenig still geworden, hier in meinem kleinen Blog. Das hat einerseits an der Hitze gelegen, die ich wirklich ganz schlecht vertrage, so dass mein Gehirn seine konstruktive Arbeit einstellt. Meine Arme klebten an Papier und Tisch und das minderte die Freude sowohl am handlettern als auch am bloggen noch ein bisschen mehr. Aber, wenn ich ganz ehrlich sein darf, diese Freude am Tun ist ohnehin gerade etwas gedämpft. Durch die Projekte ist aus dem kleinen Hobbyblog und dem Hobby Handlettering ein kleiner Zweitjob mit allem was dazugehört geworden. Das und anderes macht mich gerade unzufrieden. So dass ich die Abkühlung auch dazu genutzt habe nachzudenken, wie es denn hier weitergehen soll.

 

Social-Media Frust

Der missglückte Umzug des Blogs, die DSGVO, meine Ahnungslosigkeit bezüglich was man darf, die Abmahnungsgeilheit, die Frage wann ist Werbung Werbung und ist das was ich gerade mache, Werbung oder Social Media behindern mich irgendwie, was das Schreiben hier im Blog angeht.

Auf Instagram ist meine Reichweite legendär schlecht und trotz vieler Follower habe ich Likezahlen, die andere mit 5000 Followern weniger erreichen. Ich weiß, das sollte mich nicht frustrieren, tut es aber. Und ich verstehe es nicht. Es führt dazu, dass ich mich frage, ob meine Sachen einfach nicht (mehr) gut sind und wie hoch die Latte für ein gutes Lettering nun hängt, um ein Herz zu verdienen. Und dann ärgere ich mich über mich selbst, dass ich dem ganzen so viel Bedeutung zukommen lasse. Dass ich es zulasse, dass virtuelle Herzchen und eine algorithmusgesteuerte Reichweite über mein Wohlbefinden bestimmen (können).

Und jetzt?

Wie soll ich damit umgehen? Andere, mit denen ich darüber gesprochen habe meinte  ich solle doch fragen, was den Leuten gefiele. Das ist allerdings ein Weg, der für mich nicht in Frage kommt. Ich bin und war nie der Typ, der sich verstellen und verändern kann, um anderen zu gefallen. Ich habe diese Leute immer bewundert dafür, aber mich kostet es unfassbare Anstrengung. 

Adieu #ilettertoochallenge

Ich möchte also ich selbst bleiben und musste ein wenig in mich hinein hören, wie ich mit der enormen Unzufriedenheit umgehen möchte. Alles in allem scheint das Bloggen und das Challengelettern gerade eher eine Pflicht zu sein als Spaß und daher habe ich die Entscheidung getroffen vorerst nur noch das zu machen woran ich Freude habe. Konkret bedeutet das, dass die Challenge mit @poejpoej zum Thema Astrid Lindgren nach zwei Jahren, in denen ich Monat für Monat allein oder mit anderen die #ilettertoochallenge zusammengestellt habe, vorerst keine Challenge mehr veröffentlichen möchte. In der Zwischenzeit gibt es monatlich knapp 20 deutschsprachige Illustrations- und Letteringchallenges. Die Challenges sind alle im Insta-Account der Läddergäng aufgeführt. Ich bin sicher, dass für jeden etwas dabei ist.

Ich werde auch etwas weniger neue Artikel verbloggen, sondern erstmal zusehen, dass die Seiten des alten Blogs aufgehübscht hierhin ziehen. 

 

Qualität statt Quantität

Was meine Kunst betrifft, werde ich jetzt erstmal wirklich nur noch das verlettern, was mir etwas bedeutet. Ich empfinde mehr Freude am Lettern, wenn sich aktuelle Stimmungen und Emotionen in dem Geschriebenen wiederfinden.

So hoffe ich zurück zu dem zu finden, was das Lettern mir bedeutet. 

Allen denjenigen, die an der Challenge teilgenommen haben, danke ich, dass Ihr Eure Kunst dazu beigetragen habt!

Alles Liebe

Judith

 

7 Gedanken zu „Adieu #ilettertoochallenge

  1. Liebe Judith,
    viel haben wir darüber geredet, mir war klar, dass du es ernst meinst, dennoch trifft es mich wie ein Schlag! Ich bin froh, dass du diese Challenges Monat für Monat gemacht hast. Durch dich und (ja ich schreibe es hier für alle sichtbar) @frauhoelle habe ich die Motivation bekommen an meinen geschriebenen Worten zu arbeiten – dafür ein unglaublich großes DANKE! Ich bin außerdem froh, dass wir uns irgendwie auch dadurch richtig kennengelernt haben und auch dafür bin ich dankbar! Nun hoffe ich, dass es nur eine Pause ist und du die #ilettertoochallenge irgendwann wieder aufleben lässt! Sei gedrückt und geherzt
    Tanja aka @poejpoej

  2. Liebe Ju,
    sehr schade, dass Du keine Challenge mehr erstellst. Ich habe diese immer sehr gerne „mitgelettert“ und diese als wundervolle Inspirations und Mitivationsquelle gesehen. Aber Deine Gedanken und Gefühle kann ich absolut nachvollziehen.
    Ich hoffe, Du bleibst uns dennoch treu und erfreust uns auch zukünftig mit Deiner wunderbaren Schriftkunst ☺️

  3. Liebe Judith, deine Callenge war die erste Challenge für die ich etwas gemacht habe und sehr, sehr lange die einzige. Es war oft für mich als Anfängerin eine grosse Herausforderung an der ich aber gewachsen bin. Ich möchte dir gerzlich danke sagen, für deine Mühe. Ich verstehe deinen Frust, mir geht es nach 2 Jahren regelmässiger Teilnahme grade ähnlich. Aber ich hoffe du bleibst und findest den Weg wieder mehr Freude am Tun zu haben und dich unabhängiger zu machen von Likes und Followern. Das sind Dinge, wo man nie ganz durchblickt und deshalb werde ich meinen Fokus auch nicht darauf ausrichten. Letztlich hoffe ich, dass due Kreativität und die Freude am Gestalten sich nicht diesen undurchsichtigen Regeln beugen. Ganz lieben Gruss an dich

  4. Liebste Judith,
    Ich fühle Traurigkeit und gleichzeitig Bewunderung. Traurigkeit, weil ich deinen Schmerz nachempfinden kann und Bewunderung, dass du dich so wunderbar verletztlich zeigst und Maßnahmen ergreifst, dass es dir wieder besser geht. Mögest du den richtigen Weg für dich finden ❤️ Fühl dich ganz lieb gedrückt Christin

  5. Liebe Judith,
    das kann ich sehr gut verstehen. Nach wie vor nutze ich Deine und andere „Läddergäng“ Challenges als Inspiration zum Lettern und hinke da oft gnadenlos hinterher. Aber mit Druck was fertig zu stellen kommt oft nichts gutes raus. Und dann ist da ja noch das reale Leben, das mehr Beachtung verdient.
    Hoffe Du findest den richtigen Weg für Dich und bleibst mit Deinen wunderbaren Letterings uns allen erhalten, weil die allein schon viel Inspiration liefern.
    Eva
    (frau candora)

  6. Liebe Judith, vor ein paar Monaten warst du eine der ersten denen ich bei Insta und FB im Bezug auf Handlettering gefolgt bin. Ich durfte Mitglied deiner Läddergäng – Gruppe werden. Ziemlich oft hab ich dich mit Fragen genervt und du hast IMMER lieb geantwortet. Du bist ein großes Vorbild für mich und zugleich eine Inspiration. Ja ich bin ein Fan von Dir. Deine Challenges waren immer toll und mit soviel Herzblut zusammen getragen. Ich verstehe sehr gut was in dir vorgeht und glaube das dir die Entscheidung nicht leicht gefallen ist.
    Ich hoffe, trotz allem, auf weitere zauberschöne iletterju – Momente im Blog, bei FB oder Insta.
    Fühl dich gedrückt und bleib einfach so wie du bist.
    Mit den lichten Grüßen
    Birgit , die Muddi von Wortwal

  7. Liebe Judith,
    als ich das gestern gelesen habe, war ich erst mal geschockt. Wie jetzt? Aufhören? Das geht doch nicht!
    Obwohl ich, wie du weißt, schon lange nicht mehr mitlettere, so habe ich mich trotzdem jeden Monat auf deine Ankündigung gefreut, mir die Challenge durchgelesen und eingmerkt.
    Die Ilettertoo-Challenge war das Beständige hier auf Insta im Lettersektor – der Fels in der Brandung, der immer da ist. Und jetzt soll das vorbei sein?

    Und dann hab ich überlegt und ich muss dir Recht geben, ein Hobby soll Spaß machen, darf auch mal Pflicht sein, aber nicht immer.
    Bei dir konnte man immer rauslesen, dass du kein Profi sein willst, das ganze nicht professionell machen möchtest, es ein Hobby bleiben soll.
    Das wolltest du so sehr – im Herzen.
    Nur den Hobbybereich hattest du, wenn du ehrlich bist, schon vor langem verlassen.
    Für’s Profibuisness muss man liefern, present sein und steht unter Druck. Und dann wird Qualität durch Quantität und Klasse durch Masse ersetzt, obwohl das eigentlich gar nicht nötig ist. Und das trifft auf soooo viele und so vieles auf Insta zu.
    Deshalb finde ich deine Entscheidung goldrichtig!
    Besinn‘ dich auf dich und das was du wirklich gut kannst und bitte, bitte schau nicht so auf die Herzerl und Followerzahlen und bewerte dich selbst nicht danach.
    Das, was du gut findest, macht deine Kunst aus, macht dich einzigartig und wertvoll.

    Ich freu mich jedenfalls auf die neue/alte Judith und bin gespannt was kommt.
    Ich schick dir jetzt auf jeden Fall schon mal eine Umarmung und 1000 warme Sonnenstrahlen,
    Angi aka fraulitzi

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