Was ist eigentlich ein „gutes Lettering?“

Liebe Blogleser,

sicherlich erinnerst Ihr Euch an meinen Beitrag über Ghostfollower auf Instagram. Dieser Beitrag hat für großes Feedback gesorgt. Für die einen klang der Gedanke logisch, für die anderen eher völlig abwegig und die dritten sagten, dass sich sowohl mein Stil als auch meine Inhalte verändert hätten und das nun nicht mehr ansprechend sei. Und so keimte in mir nun eine ganze Weile die Frage:

 

Was ist eigentlich ein gutes Lettering?

 

Nachdem mich dieser Gedanke eine Weile umgetrieben hat, habe ich in meiner Instagram-Story die Frage gestellt, was für meine Follower (danke für’s Antworten) ein gutes Lettering ausmacht. Es kamen eine ganze Menge Antworten, aber auch eine ganze Menge unterschiedliche Ansichten darüber, was ein gutes Lettering ausmacht.

 

Der Gesamteindruck

Der erst Blick fällt immer auf die gesamte Aufmachung. Aber was heißt das genau? Was macht ein einen guten Gesamteindruck?

Der Duden definiert einen Gesamteindruck als „Eindruck, der sich aus einzelnen Eindrücken, Beobachtungen ergibt“.  Für mich heißt das, dass sich die folgenden Einzelelemente zu einem harmonischen in sich stimmigen Gesamtbild zusammenfügen müssen. Gerade bei Instagram zählt da sicherlich auch die Präsentation dazu. Ich persönlich zähle mich da nicht dazu, aber es gibt Künstlerinnen, die genauso viel Zeit in ihr Flatlay – also die von oben fotografierte Dekoration – verwenden wie auf das Lettering an sich.

Zum Gesamteindruck zählt sicherlich die Gleichmäßigkeit. Das muss sich nicht unbedingt auf immer gleich geschriebene Buchstaben beziehen, sondern kann auch die Gleichmäßigkeit im Gesamten bedeuten. Leonie hat kürzlich verraten, dass man die Gleichmäßigkeit bzw. Ausgewogenheit eines Letterings mit folgendem Trick erkennen kann:

Wenn man die Augen zusammenkneift und die Grauwerte dann gleich verteilt sind, ist das harmonisch für das Auge.

Dazu zählt auch, dass der Abstand zwischen den Buchstaben in sich stimmig ist.

 

Aus den Antworten bei meiner kleinen Insta-Umfrage, die selbstverständlich nicht repräsentativ is, ergab sich, dass beim ersten Eindruck auch zählt, ob die gewählten Schriften zusammen passen. Anderen ist die Lesbarkeit am wichtigsten. Es wurde angemerkt, dass zu viel an Schnörkseln und ein zu viel an „eigenem Stil“ die Lesbarkeit erheblich einschränkt und das Lettering als nicht gelungen wahrgenommen wird. Interessant war, dass eine Nachricht sich auf analoge Letterings beschränkte. Ihr war wichtig zu sehen (auch gerne durch ein kleines Video), dass das Werk „handgemacht“ ist. Qualität sei wichtiger als Quantität. Ganz besonders interessant fand ich persönlich, dass es auch darum geht ein gewisses Maß an individueller Persönlichkeit in dem Stil zu finden. Das unterstützt das, was ich im Vorwort zu meinen Übungsblättern geschrieben habe: Nach dem Erlernen der Technik geht es vor allem darum seinen Weg zu finden. Wenn alles immer nachgemacht und nach Konserve aussieht, verliert man den Spaß.

 

Und wie wichtig ist der Inhalt?

Hier scheiden sich die Geister wirklich sehr. Während die einen keinen Wert auf den Inhalt legen, ist den anderen der Inhalt am wichtigsten. Auch hier wird Wert auf Besonderes gelegt. Klassiker wie „you are beautiful“, „live your life“ oder ähnliches mögen manche nicht mehr lesen.

Alles in allem muss man sich, so denke ich auch, gut mit dem Inhalt des Letterings identifizieren, um es echt und authentisch wirken zu lassen. Inhalte, hinter denen man nicht steht fehlt es an visueller Liebe und Authentizität. Gern gesehen sind lustige Sprüche, Wortwitze und Zitate. Eine Insta-Userin wünscht sich derbe Raptexte schön gelettert.

 

Insgesamt – und da waren sich alle einig- müssen Lettering und Inhalt zusammenpassen. Gerne gesehen sind kleine Illustrationen, die den Inhalt noch unterstützen.

 

Am Ende ist die Spannbreite eines guten Letterings so weit die das Meer. Was ich besonders mochte, war, dass in ganz vielen Rückmeldungen zu lesen war, dass das, was ein gutes Lettering ausmacht, die Liebe ist, die darin steckt. Ganz egal, wie lange man schon lettert, das sollte immer zu sehen sein.

Ein Gedanke zu „Was ist eigentlich ein „gutes Lettering?“

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