Feedback

Ihr Lieben,

 

ich hatte kürzlich erzählt, dass ich Euch zuweilen an meinen Gedanken oder unbeantworteten Fragen teilhaben lassen möchte. Heute ist wieder so ein Tag, an dem mir etwas – wie schon so oft – durch den Kopf geistert und letztendlich nach Abgrenzung schreit.

Es gibt Tage, da sitze ich stundenlang an einem Bild, ich zeichne vor, verwerfe, zeichne erneut, koloriere, schreibe und am Ende finde ich das Bild eigentlich gelungen. Ich bin dann ein wenig stolz, weil es so geworden ist, wie ich es mir gerade vorgestellt habe. Und dann erstelle ich ganz schnell, denn das erste Bild hat zuviel Zeit gekostet noch ein zweites Lettering. Ganz schnell, manchmal ohne Vorzeichnen, manchmal auf dem Sofa auf wackeligem Untergrund. Entgegengesetzt zu dem ersten Bild ist hier nur ein Minimum an kreativer Energie hinein geflossen.

Nach der Veröffentlichung der Bilder bin ich regelmäßig recht irritiert, weil das Feedback der Letteringgemeinschaft ganz anders ausfällt, als ich es erwartet habe. Das erste Bild tröpfelt mit seinen Likes dahin wie ein fast ausgetrockneter Fluss, während das zweite Bild einem wahren Sturm an Kommentaren und Likes ausgesetzt ist. Jedes Mal wieder nehme ich das kopfschüttelnd zur Kenntnis. Und jedes Mal wieder muss mein Großhirn sich einschalten und ganz rational feststellen, dass ich mich davon abgrenzen muss, weil letztendlich lettere ich ja nur für mich. Weil es mir Freude macht. Weil es mich entspannt. Weil ich es mag etwas „selbstgemachtes“ in den Händen zu halten. Aber ich gestehe:

Es ist jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung die Hürde zu nehmen und die düsteren Gedanken, die dann keimen, nicht anzunehmen. Nichtsdestotrotz google ich dann regelmäßig den ominösen Instagram-Algorithmus. Erfolglos, denn am Ende bleibt alles ein bisschen nebulös und um ehrlich zu sein fehlt mir der Ehrgeiz die Posting-Zeiten, die Kommunikation mit anderen und ähnliches zu optimieren. Letzendlich ist und bleibt es ein Hobby, das nicht mit überehrgeizigen Ambitionen gespickt sein sollte. Ich ärgere mich dann über mich selbst, dass ich auf den ganzen Socialmedia-Quatsch hereinfalle.

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine schöne, entspannte, kreative Woche, in der die Abgrenzung und die Besinnung auf den Kern des Ganzen gelingt ❤

Judith

9 Kommentare zu „Feedback

  1. Es ist kaum zu fassen, wie sehr du mir aus dem Herzen sprichst… Letztendlich hat jeder einen anderen Geschmack, denke ich mir immer und versuche mich damit zu trösten. Aber das hilft nicht immer… Mir bedeutet es am
    meisten, wenn ich Likes von Letterern bekomme, deren Arbeit ich bewundere. Auch, wenn dann eben nicht so viele zusammenkommen. – Aber sei versichert, dass die Letterer unter uns sehr wohl sehen, welche Arbeit hinter einem Werk steht und welches aus reiner Intuition eher schnell und ohne viel Vorbereitung geschrieben worden ist 😉💚

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  2. Liebe Judith, obwohl ich keine große „Posterin“ bin, möchte ich dir zu diesen deinen Gedanken, die meinen zu diesem Thema verraten. Eigentlich betrifft es ja sogar zwei Themen. Aber zuerst: ich bin seit einigen Jahren freiberufliche Autorin. Ich weiß recht gut wovon du sprichst. Und egal ob Hobby oder Beruf – ich fürchte man gerät recht schnell in die „geistige Falle“ die jede Kunstform bereit hält. Der Gedanke, dass ein größerer Aufwand automatisch einen größeren Erfolg beschert-ist ein Irrtum. Gerade bei kreativen Arbeiten steht oft der Kopf im Weg. Manchmal ergeben sich die besten Dinge, wenn wir frei heraus, ohne Druck (und Blick auf die möglichen Rezensionen) arbeiten. Und auch wenn manchmal belächelt-auch Lettering ist eine Kunstform. Gerade in der Kunst sollte man die Freiheit finden, seinen eigenen Stil, seine eigene Sicht und Interpretationen zu finden und Ausdruck zu verleihen. Das ist das Wunderschöne-und das schwierige. Denn: „Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst die niemand kann!“ Wenn es nicht um professionelle Arbeiten für einen Kunden oder Auftrag geht (DANN muss man wissen was gewünscht ist) sollte man sich, meiner Meinung nach, NICHT an der Reaktion anderer messen oder messen lassen. Das ist auf Dauer nicht gesund und bremst jeden kreativen Fluss. Gerade in der heutigen Zeit, in der dieser ganze „Socialmedia-Quatsch“ großen Einfluss in so vielen Bereichen hat. Aber gerade jetzt ist es wichtig, sich abgrenzen zu können. Noch mehr Zeit und mentale Ressourcen aufzuwenden, um sich an der Bestätigung dritter zu messen-ist in meinen Augen nicht der richtige Weg. Im Gegenteil. Du weißt nicht wer diese Likes vergibt und ob du ihrem/seinem Urteil auch in anderen Fragen Beachtung schenken würdest. Du weißt auch nicht, warum andere gerade diese Arbeit nicht gelikt haben ( vielleicht haben sie die nur nicht gesehen, waren im Urlaub….?) . Miss dich bitte nur an deinen eigenen Ansprüchen AN DICH SELBST. Geh deinen eigenen Weg, folgende deinem eigenen Stil und sei stolz auf dein wundervolles Talent! Dieses Geschenk besitzt du offensichtlich-lass es nicht von anonymen Likes beeinflussen. Ich freue mich auf deinen nächsten Beitrag, und sollte ich mein „LIKE“ mal vergessen-hier ist ein ganz GROSSES für deine gelungenen Arbeiten, all die Zeit und Mühe die du investierst-bitte weiter so!
    Viele Grüße AnSi

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  3. Vielen Dank für diesen Beitrag liebe Judith. Über das Problem stolpere ich leider auch viel zu oft. Weil man sich versucht mit anderen zu messen, weil „alles“ gefühlt nur noch aus Likes und Followern besteht und man nur ganz schwer von dieser Sichtweise wieder wegkommt. Was mich dazu noch besonders stört ist, dass einem Leute folgen, die einem nur folgen, dass man ihnen zurückfolgt um Dich dann nen Tag später wieder zu entfolgen. Wie dumm und nervig… ich mache diese Spielchen nicht mit. Dieses um jeden Preis Follower zu bekommen…Entweder man folgt mir, weil man mein Zeug gut findet, oder eben nicht. Es ist wie Du sagst, eigentlich macht man das alles in erster Linie doch für sich. Aber man sollte sich auf jeden Fall treu bleiben und das machen, was einem spaß macht. Ohne im Hinterkopf den Gedanken zu haben, möglichst viele Likes zu bekommen. Es ist ein Prozess und ich arbeite da auch noch dran…

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