Sinnhaft?

Liebe Leser,

gestern habe ich für einen Freund Magic-the-Gathering Karten belettert und hatte das Gefühl endlich hat sich die ganze Challengeübungszeit gelohnt. Endlich, ja endlich, hat das ganze Gelettere einen Sinn. Dieser spontane Impuls hat mich stutzen lassen. Nehme ich meine tägliche Übung als sinnlos wahr? Was macht die Sinnhaftigkeit aus? Stehe ich still? 

Nein, habe ich beschlossen. Für mich soll das Lettering weiterhin eine Möglichkeit zur Entspannung sein, mein Hobby, mein Ritual, mein Ruhepunkt. Manchmal träume ich davon, wie großartig es wäre, wenn ich meiner Leidenschaft den ganzen Tag frönen könnte. Aber wäre es dann noch meine Leidenschaft?

Wahrscheinlich nicht. Ich müsste ja trotzdem Geld verdienen. Es ginge nicht mehr darum meiner Kreativität Ausdruck zu verleihen, sondern Kundenwünsche zu erfüllen. In diesem Moment würde ich reduziert auf die Hand. Ich wäre das Werkzeug eines anderen. Gerade ist das nicht so, denn im Moment kann ich lettern wie ich möchte. Ich habe ein Höchstmaß an Freiheit und die ist mir wichtig.

 

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Nur ein Teil des Letteringbergs, der es wert war aufgehoben zu werden.

 

Kürzlich habe ich mit einer digitalen Letterfreundin, die mir eine große Freude bereitet hat, einen Austausch darüber gehabt, dass ich mich irgendwie für diese große Freude revanchieren möchte. Sie wünschte sich ein Lettering von mir. Ganz erstaunt war sie jedoch als ich sagte, dass sie sich gerne eines (oder mehrere) aussuchen könne, aber ich nicht versprechen könne, ob ich es noch habe, denn ich werfe Letterings auch weg und nur die Besonderen hebe ich auf. Das hat mir nochmal bewusst gemacht, dass es mir wirklich ganz klar um die Tätigkeit an sich geht. Ich lettere einfach gerne, ich probiere gerne neue Dinge aus, neue Techniken, neue Stifte und möchte anderen damit eine Freude bereiten. Falls Dir also ein Lettering gefällt, es noch nicht weggeworfen wurde und ich Dir damit eine Freude machen würde, scheue Dich nicht mir zu schreiben.

 

Für mich ist die Sinnhaftigkeit des Letterns also das Tun an sich. Es ist schön, wenn ich anderen eine Freude machen kann, ob nun auf Magic-Karten oder als Spruch. Ich bleibe mir in meinem anfänglichen Motto treu, dass ich keinen Gewinn aus dem Tun haben möchte, weil ich mir mein Höchstmaß an Freiheit erhalten möchte. Es ist gerade toll zu sehen, dass sich diese Haltung nach all der Zeit erhalten hat und dass ich damit zufrieden bin. So wie es ist.

 

Habt es schön 🙂

 

Judith

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