Der Tag, an dem ich wegen des Folierens beinahe meinen Verstand verlor.

Liebe Leser,

die Socialmediagemeinschaft neigt dazu sich selbst immer als herrlich und vollkommen dazustellen. Alles sieht wunderschön aus und zuweilen grabschen die langen Klauen des Neids nach einem, nicht im missgünstigen Sinne, sondern vielmehr im ach-das-könnte-ich-auch-gern-Sinne.

Wohingegen bei einem selbst dauernd blöde Sachen zu passieren scheinen. Angefangen vom Rechtschreibfehler im letzten Wort des ansonsten fabulös geletterten Texts bis hin zu Erlebnissen wie diesem. Aber beginnen wir von vorn.

(In einem Sonntag-Mittags Weihnachtsfilm beginnt jetzt mit einem Glockenspiel die Rückblende)

Ich wichtele auch in diesem Jahr mit ein paar Letteringdamen und -herren gemeinsam und am Freitag ist die mir die gute Idee begegnet, die ich meinem Wichtel schenken wollte. Abends auf der Couch hatte ich dann noch einen Entwurf für eine Karte entwickelt, den ich am folgenden Tag folieren wollte.

Das Folieren ist eine ganz besondere Angelegenheit für mich. Eigentlich macht es mir immer ein schlechtes Gewissen, weil so viel Müll durch die Folien entsteht und im Verhältnis recht wenig Glitzer auf dem Papier landet. Also kurz gesagt: Mein ökologisches Gewissen hat ohnehin seine Schwierigkeiten mit dem Folienge- und -verbrauch. Einzig das Mädchen in mir bekommt strahlende Augen beim Glitzern. Umso ärgerlicher ist es dann für mich, denn mich plagt dann das ökologische schlechte Gewissen, wenn die Ergebnisse des Folierens so katastrophal sind, dass sie nicht genutzt werden können.

In den vergangenen zwei Tagen ist also wirklich alles, was beim Folieren schief gehen kann, schief gegangen. Positiv formuliert könnte man auch sagen, dass ich unendlich viel Erfahrung dazu gewonnen habe. Ich versuche mich nun an einer chronologischen Zusammenfassung:

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Der Klassiker des Folierens ist selbstverständlich eines der ersten Dinge gewesen, die gestern schief gelaufen sind: Beim Einziehen ins Laminiergerät hat es Falten geschlagen und dort wo die Falten sind, ist selbstverständlich keine Folie. Dabei bildet sich ein langer unschöner Strich. Dies hat sich abgewechselt mit dem Fingerdesaster. Dabei bleibt der Finger an der wohl positionierten Folie kleben, so dass diese sich verschiebt. Auch ein Klassiker (zumindest für mich). Alternativ frisst das Gerät das Papier. Dann aber das große Entsetzen: Das Blatt ist ordentlich durch den Laminierer gelaufen und es klebt keine Folie an dem Toner. Ich habe dann prüfende Blicke auf jedes einzelne Blatt geworden und gesehen, dass der Toner unregelmäßig aufgetragen wird. Ich verändere die Druckereinstellung, passe an, dass es schweres Papier ist, sage dem Drucker er soll viel Toner nutzen. Keine Verbesserung. Ich habe einen Hilferuf an die Läddergäng ausgesendet. Meine Verzweiflung bringt erfahrene Foliererinnen zum Lachen. Sie kennen das Gefühl, dann eine Mögliche Lösung von @goldenerstrich: Ist der Toner leer? „Ja“, denke ich! „Fast! Aber das mache ich nicht mehr heute.“

An diesem Tag bin ich dem Wahnsinn gerade nochmal von der Schippe gesprungen.

Neuer Tag, neue Chance. Ich versuche also heute morgen mein Glück und wechsele den Toner. Welch Freude! Er druckt gleichmäßig! Die Folie haftet, die ersten drei Postkarten sehen umwerfend aus.

Und dann steckt ein Blatt im Drucker fest. Der Drucker sagt mir, dass ich die hintere Klappe öffnen soll. Wie geht die hintere Klappe öffnen, frage ich mich. Räume das halbe Arbeitszimmer um, um an die verflixte Klappe zu kommen. Mein Sprachniveau verschlechtert sich zunehmend.

Dann endlich ist das Blatt befreit. Ich drucke weiter, diesmal auf weißem Papier und sehe vier dünne hellblaue Streifen, die sich sehr unschön über das Blatt verteilen. Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem ich beschließe, aus diesem Erlebnis einen Blogartikel zu schreiben. Das Niederschreiben schützt nämlich wirklich davor wahnsinnig zu werden. Diese blauen Striche sind immer noch da. Falls also jemand von Euch weiß, wie ich diese Striche verschwinden lassen kann oder was sie überhaupt bedeuten, wäre ich sehr dankbar.

Abgesehen davon sind Karten jetzt aber toll geworden. Leonies Tipp war wirklich gut und im Rahmen dieses Folienabenteuers habe ich folgende Erkenntnisse gewonnen:

Beim Zuschneiden der Folie ist es wichtig eine Schere zu nutzen, die gut schneidet. Das hilft dabei, dass man die Folie gut auf dem Blatt andrücken kann, so dass die Wahrscheinlichkeit für Falten sich reduziert. Beim Einführen in das Laminiergerät ist es sinnvoll die Folie so lange festzuhalten bis die Walze sie auch festhält. Außerdem sollte man stets frischen Toner zu Hause haben und den Drucker passend zum Papier einstellen.

Und falls eine dieser unperfekten Karten Dich nun erreichen sollte (Stichwort ökologisches Bewusstsein), dann sei sicher. Darin steckt nicht nur Liebe, sondern auch ein bisschen Verweiflung und nahender Wahnsinn.

Ich wünsche Euch einen schönen ersten Advent!

Judith

5 Kommentare zu „Der Tag, an dem ich wegen des Folierens beinahe meinen Verstand verlor.

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