Der große iletterju-Jahresrückblick 2018

 

Ihr Lieben,

das Jahr neigt sich dem Ende zu und es ist wieder an der Zeit das Jahr und seine Ereignisse zu reflektieren, vielleicht neu zu sortieren oder neu zu werten. Müsste ich diesem Jahr eine Überschrift geben, würde sie „die Analogisierung“ lauten.

Die Analogisierung

Mein 2018 war geprägt von einer Rückkehr ins echte Leben. In den Jahren zuvor waren das Handlettering und das Bloggen Hauptbestandteile meines Lebens. Ich habe jede Woche einen Blogbeitrag veröffentlicht und mindestens ein Handlettering pro Tag bei Instagram hochgeladen, tendenziell eher mehr. Mit der Veränderung meiner privaten Lebensumstände haben sich die Prioritäten in meinem Alltag verschoben. Zwar fallen mir öfter Themen ein über die es sich zu bloggen lohnen würde bzw. wozu ich Dinge zu sagen hätte, aber dann fehlt es an Zeit. Und das ist auch gut so. Ich genieße es gerade sehr wieder im echten Leben zu sein und weniger digital zu leben, dies zieht allerdings einen Rattenschwanz an Konsequenzen nach sich.

 

Insta straft mich ab

In der Zwischenzeit hab ich die Theorie entwickelt und fühle mich durch kleine Experimente bestätigt, dass eine große Reichweite auch auf eine große Interaktion mit anderen Nutzen zurückzuführen ist. Instagram belohnt also hohe Interaktion – also das Verteilen von Herzen, das Kommentieren und die Kommunikation via DM mit einer wachsenden Reichweite. Das hat der Konzern geschickt eingefädelt, weil sie dadurch einen sehr gut funktionierenden Kreislauf geschaffen haben.

 

Der Insta-Kreislauf

Ausgangspunkt meiner Gedanken ist, dass jedes empfangene Herz und jeder empfangene Kommentar eine kleine Dopaminausschüttung auslöst und unser Körper nach mehr giert. Um mehr Kommentare und Likes zu bekommen muss man über eine gute Reichweite verfügen, d.h. das eigene Bild muss in den Feeds anderer angezeigt werden. Durch die Interaktion mit anderen, errechnet Insta das Interesse, von dem Insta annimmt, dass die User an einem selbst haben. Je mehr ich also mit anderen interagiere, desto interessanter bin ich für die anderen, desto mehr werde ich angezeigt, desto mehr Likes bekomme ich, desto mehr Dopamin wird ausgeschüttet.

Ein wahnsinnig cleverer Schachzug von Instagram. Denn so bindet Insta seine User an sich und fährt Gewinne ein. Jeder kolumbianische Drogenbaron wäre neidisch darauf, denn das ganze ist vollkommen legal.

 

Abgrenzung

Das, was sich auf Basis dessen tatsächlich verändert hat, ist dass es mir nicht mehr so wichtig ist. Mit der Analogisierung meines Lebens sind andere Aspekte wieder in den Vordergrund geraten. Das führt dazu, dass ich die gemessen an meiner Followerzahl geringe Reichweite als nicht mehr so schlimm empfinde. Ich muss nicht mehr vornehmlich digital leben, sondern genieße das Leben analog.

 

Highlights

Und trotzdem hat das digitale Tun auf mein analoges Leben 2018 enormen Einfluss gehabt, weil es mir Erlebnisse ermöglicht hat, die ohne meine digitale Existenz nicht möglich gewesen wären.

So durfte ich im Januar bei Hahnemühle, Edding und dem Frechverlag bei einem Bloggerevent teilnehmen. Dort habe ich nicht nur tolle Menschen getroffen, sondern auch tiefgreifende Erkenntnisse über das Wesen der Menschen gewinnen dürfen. Nach meinem Umzug, dem Umzugs des Blogs folgte im Sommer das Erscheinen des Bloggerbuchs. Kurz danach gab ich meine ersten Workshops, weitere existieren als Idee. Im Herbst hatte ich das große Vergnügen auf den Künstlertag bei Faber-Castell eingeladen worden zu sein. Zwischendrin hat sich immer wieder die hessische Fraktion der Läddergäng getroffen, aus denen sich echte Freundschaften entwickelt haben.

 

Ausblick

Und so hat das Digitale auch wieder seine gute Seite. Wie bei allem im Leben geht es darum die Balance zu halten. Das wird wohl auch die große Aufgabe im kommenden Jahr: Dranbleiben am Bloggen, am Handlettern und trotzdem das echte Leben genießen: Sport treiben, tanzen gehen, die Sonne auf der Nasenspitze spüren, die Welt erkunden…all das eben.

Außerdem gibt es ein paar Projekte, die im kommenden Jahr sichtbar sein werden:

(Achtung, es folgt Werbung)

Ab 2019 kann man meine handgeletterten Postkarten, die ich in Zusammenarbeit mit Andreas von Edition Filou&Sophie  erstellt habe, käuflich erwerben. Außerdem erscheint ein kleiner Beitrag von mir in einem Buch für den Kunstunterricht, das den Titel trägt: „Vom Blog in den Kunstunterricht: DIY-Art“. Erscheinungsdatum ist Mitte Januar.

 

Und so danke ich Euch, dass ihr mich auch in diesem Jahr begleitet habt. Dass ihr gelesen habt, was ich hier so verzapft habe und mich an euren Gedanken habt teilhaben lassen. Ich freue mich auf ein analog-digitales abwechselungsreiches Jahr 2019, in dem ich euch hier und im echten Leben treffe.

 

Alles Liebe, habt es schön!

 

Judith

 

2 Gedanken zu „Der große iletterju-Jahresrückblick 2018

  1. Liebe Ju!
    Ich verfolge deinen Blog seit Anbeginn meines Handlettering-Daseins und ich lese sie gerne, das weißt du aber auch. Ich freue mich, dass 2018 so glücklich für dich war! Wie sehen uns in Bremen. Rutsch gut! XOXO Nina

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